Quartett / Heiner Müller

Joubril Soulaimon, Petra von der Beek

Heiner Müllers Bearbeitung des Romans „Gefährliche Liebschaften“ von Choderlos de Laclos beschränkt die Personen der Handlung auf die beiden Antagonisten Marquise Merteuil und ihren ehemaligen Geliebten Vicomte Valmont. In ständigem Rollenwechsel – Merteuil spielt Valmont und die Volange, Valmont spielt Tourvel – fechten die zwei Figuren des Stücks einen Machtkampf aus. Die Sprache wird zur verletzenden Waffe. Gekonnte Rhetorik und Perversion werden zum Ersatz für menschliche Beziehung. Der Dialog wird bis zu brutaler Selbstzerstörung auf die Spitze getrieben. Das durch Verstrickung, Gewohnheit und unerfüllte Sehnsucht aneinander geknüpfte Paar teilt innere Leere in einer Art endzeitlicher Ermüdung und gleichzeitig einen ausgeprägten Galgenhumor, der dem bösen Spiel sarkastischen Witz entlockt.

Schon die Romanvorlage beschreibt die Liebe als ein ausschließlich strategisches Unternehmen, um nicht zuletzt die Verkommenheit der adeligen Akteure zu skizzieren. Diese eher moralische Perspektive entfällt in Müllers „Quartett“. Ihn interessiert das Modell von Herrschaft insgesamt, das, so analysiert, von politischer Relevanz ist und auch für die kolonialen Formen der Macht gelten kann.

Regie und Raumgestaltung Roberto Ciulli
Dramaturgie Helmut Schäfer
Kostüme Elisabeth Strauß
Es spielt das Ensemble des Theater an der Ruhr.

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Pressestimmen

„Ich mag dieses poetische, philosophische Theater. Gerade deshalb, weil es politisch ist. Denn es behauptet einen Freiraum der Kunst, eine Sphäre, in der es nicht um Verwertbarkeit und Statements geht, sondern um Zwischentöne und Feingefühl.
Das ist gerade heute eine wichtige Form von Opposition.“

Stefan Keim, Westart

„Ein Heiner Müller, fast zu schön, um wahr zu sein.“
Ruhrnachrichten

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