Der Untergang der Titanic / Hans Magnus Enzensberger

Eine Komödie in 33 Gesängen

Simone Thoma


Der Untergang der Welt, die Apokalypse eine Komödie?
Enzensberger erzählt in 33 Gesängen von vielen Untergängen zugleich: vom Sinken des legendären Luxusschiffs „Titanic“, das in einer Frühlingsnacht des Jahres 1912 von einem Eisberg aufgeschnitten wurde, vom Verblassen gesellschaftlicher Utopien, vom Verlust eigener Gewissheiten, vom Delirium einer technikgläubigen Welt, ja sogar fast prophetisch von der Klimakatastrophe.
Doch Enzensbergers Eisberg ist nicht nur ein Gleichnis für die allseits erfrorenen Hoffnungen. Seine Titanic ist Totenschiff, Spielzeugschiff und Narrenschiff in einem, auf dem neben den Superreichen auch die Querulanten, Anarchisten, Auswanderer und Geflüchteten im gleichen Rettungsboot landen. Der Text ist großes Kino, Traumspiel und „zerstörungslustiges Kinderspiel“ zugleich, ein theatralisches Opus Magnum, das seit 1978 nichts von seiner Spannung und Aktualität verloren hat.
„Die Komödie ist die Kunstform der Überlebenden, ihr Thema Überlebenskämpfe, ihre Helden, von Don Quijote bis Buster Keaton, Überlebenskünstler. Die Komödie ist eine Katastrophe, die Katastrophe eine Komödie…“, schrieb Benjamin Henrichs. Diese surreale Beerdigung der Welt birgt die rebellische Hoffnung aus ihr einen besseren Platz zu machen.
Die hochmusikalische Inszenierung von Philipp Preuss wird mit ihrem außergewöhnlichem Raumkonzept zu einem im wahrsten Sinne des Wortes die Zuschauer bewegenden Ereignis.
Ein Gastspiel dieses Stückes erfordert oder reist mit einer Drehbühne, auf der das Publikum wie auf einem Karrussel Platz nimmt, um an den die Drehbühne umspielenden Schauspielern vorbei zu reisen.

Regie Philipp Preuss
Bühne Ramallah Aubrecht
Musik Kornelius Heidebrecht
Video Konny Keller
Es spielt das Ensemble des Theater an der Ruhr.
Premiere am 19. September 2019 im Theater an der Ruhr

Trailer

Gesamtaufzeichnung

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Pressestimmen

Die List indes, die Philipp Preuss in seiner Inszenierung anwendet, verführt uns auf beängstigend unterhaltsame Weise. Das Ganze ist eine apokalyptische Karussellfahrt und das Ensemble (herausragend Petra von der Beek und Klaus Herzog) uns so verführerisch nah in Lebensgier, Dekadenz und kaltschnäuzigem Weiter-So, dass wir es einfach nicht schaffen, nach dem Rettungsring der Distanz zu greifen. (…) Ab und zu muss die moralische Anstalt auch mal den großen Zauberkasten öffnen. Und wie wir uns schließlich beim Glanz in den eigenen Augen ertappen, da gibt man nicht ungern mal zu: Dieser Abend hat uns eisbergkalt erwischt.
WAZ
/ WR

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