Boat Memory / Eine Inszenierung von Roberto Ciulli

All diese Geschichten und Wörter, die ertrunken auf dem Grund des Ozeans liegen. Haufenweise Wörter, Tausende von Wörtern, in allen Farben, wie Fische im Wasser.
Youssouf Amine Elalamy

v.l.n.r.: S. Thoma, F. Menendez, A. Bork, D. Geppert, K. Herzog, M. Neumann, P. von der Beek, S. Reuber.

Am Ende Zahlen, keine Stimmen, Namenlose. Viele trugen ein winziges Säckchen Erde mit sich, fest ins T-Shirt eingenäht, Erinnerung an die Heimat. Wo die war, lässt sich nicht sagen. Die Körper wurden aus dem Mittelmeer geborgen. Viele der Boote, meist aus Libyen aufgebrochen, gingen unter und mit ihnen die Menschen, die voller Hoffnung auf ein würdiges Leben aufgebrochen waren, um Krieg, Elend und einer Existenz ohne jede Perspektive zu entkommen.

Cristina Cataneo, Mailänder Professorin für Gerichtsmedizin, hat sich mit ihren Mit- arbeitern die Aufgabe gegeben, die Identität der Leichen festzustellen, um ihnen Würde und Namen zurückzugeben. Der marokkanische Autor Youssouf Amine Elalamy haucht in seinem Roman „Gestrandet“ den Toten eine Stimme ein, um ihre Leben in unsere Gegenwart zurückholen. Für die Inszenierung von Roberto Ciulli werden Teile des Textes eine Rolle spielen.

Regie und Stückentwicklung Roberto Ciulli
Bühne und Kostüm Elisabeth Strauss Musik Matthias Flake
Es spielt das Ensemble des Theater an der Ruhr.
Premiere am 13. Dezember 2019 im Theater an der Ruhr.

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Pressestimmen

„Boat Memory / Das Zeugnis“ ist meisterhaft ausbalanciert. Ciulli, bekanntlich jüngst mit dem Deutschen Theaterpreis DER FAUST für sein Lebenswerk ausgezeichnet, beherrscht seine Mittel, lässt empathisch spielen mit viel Poesie. Scharfe Satire, lächelnde Ironie, kollernder Wortwitz leuchten auf, konterkarieren, stören das fragile Gleichgewicht aber nie, selbst die Provokation der Hitler-Lesung hat Eleganz. Geballte Fäuste gibt es nicht, auch nicht in der Hosentasche. Der Abend ist ein Juwel, ein perfekter Mikroorganismus, ein kostbar durchscheinendes Kleinod. (…) Ciulli und sein Ensemble halten sich traumwandlerisch wahrhaftig auf der richtigen Seite. Sie verhüllen ihre Hilf- und Fassungslosigkeit nicht. Auch wenn mal einer lächelt, wenn sie frei sind im Spiel, meint man zu spüren, wie die intensive Beschäftigung mit den realen Tragödien sie angefasst hat. Das Ringen um Haltung, das über die professionelle Arbeit hinausgeht, die Angstlosigkeit, mit der sie ihre Angst vorzeigen und dabei doch immer die Distanz wahren, zu sich wie zu ihrem Gegenstand, zwingt uns Zuschauer, uns einzulassen. In uns hineinzuhorchen. Was macht es mit uns? Und was können wir bloß tun?
Andreas Falentin, Die Deutsche Bühne, Dezember 2019

Eine Inszenierung wie eine Feierstunde, die ein Netz von Analogien auswirft, um das Unsagbare an uns heranzuziehen. Eine Schutzbeschwörung, ein Bestattungsritual für die Unbestatteten. Kein aktivistischer Appell, ein gedankenreiches Gedenken, Arbeit an unserer Empathiefähigkeit, der emotionalen Grundlage für alle menschenfreundliche Aktion.
Gerhard Preußer, Nachtkritik

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