Immer noch Sturm / Peter Handke

Ensemble

Kärnten im Süden Österreichs an der Grenze zu Slowenien: hier trifft der Ich Erzähler, dessen Nähe zu Peter Handke nicht zu übersehen ist, zwischen 1936 und 1942 seine Familie, die Großeltern, seine Mutter und deren Geschwister, die allesamt nun jünger sind als der 1942 geborene Autor.
Es verweben sich die Geschichten: die der Familie mit der politischen, der Annexion Österreichs 1938 durch das dritte Reich folgt die einzige Partisanenbewegung gegen die Nationalsozialisten durch die slowenische Minderheit in Kärnten. Es verweben sich aber auch die Genres: Prosa und Drama verschwistern sich zu einem sprachmächtigen Text, den die größte Kunst des Schreibens auszeichnet, die Einfachheit.
„Immer noch Sturm“, dieser Satz zitiert Shakespeares König Lear auf der Heide, hier das Jaunfeld mit seinen Apfelbäumen, von deren Ernte die Vorfahren des Autors unter anderem lebten. Die Erinnerungen des Erzählers durchmischen sich mit Geträumtem, mit Vorstellungen und beschwören kraft der Poesie des Textes Gestalten hervor, die wirklich unwirklich die Szene bevölkern.
Und die politische Geschichte dieser europäischen Region, das zeigt der Blick zurück auf die letzten Jahrhunderte, hat ihre Konflikte nicht zuende gebracht.

Regie: Roberto Ciulli
Bühne: Gralf Edzard Habben
Kostüme: Elisabeth Strauss
Es spielt das Ensemble des Theaters an der Ruhr (3 Damen, 5 Herren)

Bilder

Trailer

Gesamtaufzeichnung

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Pressestimmen


„Es ist ein großer, wahrhaft beglückender Abend. Subtil erzählt er davon, wie tief Geschichte die Gegenwart prägt. Kongenial erweckt er die erzählerischen Weiten von Handkes Vorlage zum Leben, nichts wird verflacht, alles lässt Größeres ahnen.“
Dorothea Marcus, Deutschlandfunk

„Man merkt an jeder Bewegung, an jeder Geste, wie sorgsam und wie liebevoll ihr Meister Roberto Ciulli dem unvergleichlichen Erzählton Handkes folgt und wie scheinbar unangestrengt er ihn zum Leben bringt. Viele wunderbare Details wären zu nennen. Wie Simone Thoma als Großmutter die großen Reden anderer mit einem koboldhaften Mienen- und Gestenspiel begleitet. Wie Rupert J. Seidl als Großvater donnert und wettert, dass es eine Freude ist, wie er im Brustton der Entrüstung seine Leute zurechtweist und sich bestimmte Wörter wie „Tragödie“ und „Liebe“ in seinem Haus verbittet, ganz zu schweigen von deutschen Eindringlingen und Sprachbesatzern wie „Schnürsenkel“ oder „Kartoffeln“. Es sind die Kräfte des starken Textes und der nicht minder starken Schauspieler, die hier wirken. Die Mittel, derer sich das Theater an der Ruhr bedient, sind einfach, aber nicht schlicht; ins Flache oder Beliebige driften sie nie ab. Jedes Detail ist hier genau durchdacht, aber dieser klare Stilwille wirkt an keiner Stelle prononciert. Von diesem Theater geht ein stiller Sturm aus: „Jetzt erst recht Sturm“.“
Martin Krumbholz, Nachtkritik


Weitere Presse

Technical Reader

Konditionen und Preise

Reisende Personen: 16
Richtwert für den Gesamtpreis:
Bis 200 km Anreise: 6500.- Euro
(Projekt- und entfernungsabhängig kann für die technische Mannschaft, in Einzelfällen auch für das Ensemble eine Übernachtung notwendig werden.)
Bis 500 km Anreise (zzgl. Hotelkosten für eine Nacht): 8500.- Euro
Ab 500 km Anreise (zzgl. Hotelkosten für 2 Nächte): 9850.- Euro